Warum Praxislaboratorien?

Wie Unternehmen Neuland gestalten lernen

Mit der digitalen Transformation stehen Unternehmen vor einem echten Paradigmenwechsel. Statt das Bestehende immer weiter zu optimieren, müssen sie Neuland gestalten lernen. Für die Gestaltung neuer Pfade in die Zukunft gibt es jedoch keine Blaupause und kein Patentrezept. Deswegen setzen wir im Rahmen von #WomenDigit auf Betriebliche Praxislaboratorien.  Mit diesem neuen strategischen Instrument können Unternehmen den Aufbruch in die digitale Arbeitswelt in einem agilen Prozess, sozialpartnerschaftlich und gemeinsam mit den Beschäftigten meistern.

Eine Erfolgsgeschichte

Erfolgreiche Unternehmen nutzen Betriebliche Praxislaboratorien, um offene Transformationsprozesse zu meistern. Sie lernen hier, wie sie agile Innnovationen vorantreiben und gemeinsam mit den Beschäftigten die digitale Arbeitswelt nachhaltig gestalten können. Nachdem das Betriebliche Praxislaboratorium im Pilotbetrieb mit der Robert Bosch GmbH entwickelt und in weiteren Unternehmen wie der Fiducia & GAD IT AG implementiert sowie getestet wurde, ist es jetzt in der Breite der Wirtschaft angekommen: Rund 800 KMUs haben inzwischen das neue Instrument innerhalb des Programmzweigs „unternehmensWert: Mensch plus“ im Kontext der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) umgesetzt. Entstanden sind die Betrieblichen Praxislaboratorien am ISF München und im Rahmen des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) geförderten Forschungsvorhabens „WING – Wissensarbeit im Unternehmen der Zukunft nachhaltig gestalten“. Mit der Praxis- und Transferplattform „Lern- und Experimentierräume“ greift das BMAS dieses Konzept auf und verfolgt den darin angelegten Gestaltungsweg konsequent weiter. Heute steht das Konzept für eine breite Anwendung in der Wirtschaft zur Verfügung.

Lesen Sie hier mehr zu den Experimentierräumen: www.experimentierraeume.de

Drei Prinzipien

Dem Konzept der Betrieblichen Praxislaboratorien legen wir drei Prinzipien zugrunde: konsequente Beteiligung, Agilität und Sozialpartnerschaft.

Beteiligung: Nur gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kann die Transformation in den Unternehmen gelingen. Im Zentrum der Praxislaboratorien stehen deshalb die Beschäftigten. Sie sind die wichtigsten Expertinnen und Experten ihrer Arbeitsprozesse und für den Veränderungsbedarf in der Organisation. Crossfunktional und bereichsübergreifend besetzte Teams entwickeln und erproben eigenständig in der konkreten Arbeitspraxis neue Gestaltungslösungen für die digitale Arbeitswelt. Sie nutzen ihre Expertise und bestimmen selbst die wichtigsten Handlungsfelder.

Agilität: Mit der Digitalisierung müssen sich Unternehmen neu erfinden. Dafür gibt es keinen Masterplan, der einfach „ausgerollt“ werden kann. Deshalb setzen die Praxislaboratorien auf ein agiles Vorgehen. In Anlehnung an agile Konzepte wie „Scrum“ arbeiten sie in Sprints von vier bis acht Wochen und erproben Gestaltungslösungen direkt in der Praxis. So können die „Lab-Teams“ schrittweise lernen, was funktioniert und weiterverfolgt werden soll, aber auch, was nicht funktioniert und vielleicht wieder verworfen werden muss. Kurzzyklisch können sie so ihr Vorgehen nach jedem Sprint immer wieder neu justieren.

Sozialpartnerschaft: Zentraler Erfolgsfaktor eines erfolgreichen Transformationsprozesses ist Vertrauen. Deshalb bildet die Einbindung beider Sozialpartner die Basis der Laboratorien. Nach jedem Sprint stellen die Teams einem Lenkungskreis aus Führungskräften und Mitgliedern des Betriebsrats ihre Zwischenergebnisse vor. Dieser bewertet die Ergebnisse aus einer übergeordneten Perspektive mit Blick auf die Folgen für Arbeit und Unternehmen. Dieses sozialpartnerschaftliche Vorgehen sichert die Nachhaltigkeit des Transformationsprozesses.

So funktionieren Praxislaboratorien: PDF öffnen